Visuell alles in Ordnung...

... trotzdem Totalschaden!

Schäden bei temperaturgeführten Transporten, vor allem mit gekühlten oder tiefgekühlten Lebensmitteln, sehen wir zwar zu allen Jahreszeiten; besonders prekär sind solche Situationen natürlich im Hochsommer, wenn die Differenzen zwischen der Aussentemperatur (manchmal deutlich über 30°C) und der vorgeschriebenen Tiefkühltemperatur von -18°C sehr hoch sind. Dann sind Ausfälle von Kühlaggregaten fast immer mit Totalschäden verbunden.


Fahrzeuge für solche Transporte unterliegen deshalb besonders strengen Vorschriften und müssen regelmässig von befugten Stellen kontrolliert und zertifiziert werden. Die Temperaturverläufe werden im Inneren des Fahrzeuges an zwei Stellen (vorne, in der Nähe des Kühlaggregates sowie hinten, im Bereich der Türen) gemessen und protokolliert.

In unserem hochsommerlichen Schadensfall ist es zu einem Ausfall des Kühlaggregates gekommen, während das Fahrzeug am Wochenende bei der Entladestelle abgestellt war.  Das mit Diesel betriebene Notstromaggregat ist nicht angesprungen, weil zu wenig Treibstoff vorhanden war. Obwohl die protokollierten Temperaturen während des Ausfalls nur wenig über den Nullpunkt angestiegen sind, konnten die Tiefkühl-Lebensmittel nicht mehr freigegeben werden.


Typisch in solchen Fällen ist auch, dass bei der visuellen Überprüfung keine sichtbaren Schäden festgestellt werden können. Weder die Pizza noch das Häuschen aus Speiseeis zeigen Verformungen oder Kristallbildungen an der Oberfläche.

Nur geringfügige Abweichungen von ca. 3°C und nur wenn diese über einen relativ kurzen Zeitraum erfolgt sind, können toleriert werden.