Die Lösung...

... liegt im Detail.
Ein rumänischer Tankwagen liefert Tripolyphosphat vom Hersteller in Tschechien zum Empfänger in Deutschland. Bei der Ankunft werden aus den verschiedenen Kammern Proben entnommen und im firmeneigenen Labor analysiert. Etwa nach einer Stunde wird dem Fahrer mitgeteilt, dass bei der Analyse eine Verunreinigung festgestellt wurde und dass die Annahme der Lieferung deshalb verweigert wird. Nachdem dieser Umstand auch auf den Frachtpapieren festgehalten wird, macht sich der Fahrer auf den Rückweg nach Tschechien.

Als er wieder beim Hersteller eintrifft ist es Freitag Nachmittag: An der Werkseinfahrt spricht der Fahrer mit dem Portier, der ihm erklärt, dass das Labor nicht mehr besetzt ist. Ein noch anwesender Mitarbeiter aus der Versandabteilung erklärt, dass die Ladung nicht übernommen werden kann, solange es kein Attest des Labors gibt. Am Montag ist ein Feiertag, der Fahrer hält Rücksprache mit seinem Disponenten in der Zentrale und bekommt den Auftrag bis Dienstag zu warten.

Am Montag meldet der Disponent den Fall seiner Versicherung, diese beauftragt ASSECURE und schon am selben Abend sind wir vor Ort: Der Tankzug steht vor dem Werkstor, denn noch am Freitag wurde der Fahrer aufgefordert, das Gelände zu verlassen. Der Fahrer ist einigermassen entnervt, freut sich aber nach tagelanger Ungewissheit, dass jemand da ist und sich der Sache annimmt. Wir entnehmen Proben und vereinbaren mit dem Frachtführer, vorerst noch abzuwarten, ob der Hersteller die Ladung am nächsten Tag vielleicht doch zurücknimmt.

Am Dienstag werden auch vom tschechischen Hersteller ebenfalls Proben entnommen; die schon in Deutschland festgestellte Verunreinigung wird bestätigt und der Hersteller lehnt nun ebenfalls die Übernahme der Ladung ab! Der zuständige Disponent des Frachtführers ruft bei ASSECURE an und nach Rücksprache mit dem Versicherer vereinbaren wir folgende Vorgangsweise: Der Fahrer bringt die Ladung nach Österreich zum Firmensitz des Frachtführers, dort wird das Tripolyphosphat eingelagert. Wir rekonstruieren in der Folge die früheren Transporte und Tankreinigungen anhand der entsprechenden Dokumente. Dabei wird klar, dass nur 2 Substanzen für die Verunreinigungen in Frage kommen.

Damit können wir die Spezialisten vom OFI (Oesterreichisches Forschungsinstitut) in Wien mit der Analyse der Proben beauftragen. Alle bisherigen Probenentnahmen erfolgten über die Ablassventile des Tankwagens; nachdem mit der Recherche der Vortransporte einige Zeit vergangen ist, beschliessen wir, noch eine Probe, diesmal von oben aus dem Lagertank zu holen. Mit Erfolg: Nicht nur gelingt es, einen der beiden vermuteten Stoffe nachzuweisen, sondern es zeigt sich auch, dass die zuletzt entnommene Probe nur äusserst geringfügig verunreinigt ist!
Die Auswertung der Laboranalyse und die präzise Recherche, welche Kammern des Tankwagens zu welcher Zeit mit welchen Substanzen befüllt waren, führen zur Lösung: Bei der vorletzten Tankreinigung, die in Polen erfolgt ist, wurde nicht ordentlich gearbeitet und die Ablassventile wurden nicht gereinigt.

Die vom OFI nachgewiesene Geringfügigkeit der Verunreinigung ist schliesslich die Basis für die Verwertbarkeit des Tripolyphosphats (dieses wird nicht für Lebensmittel, sondern für die Herstellung eines Reinigungsmittels verarbeitet). Ausserdem hat der Versicherer in der Folge eine gute Grundlage für einen Rückgriff gegen die Reinigungsfirma.