Empfindliche Güter...

... brauchen solide Verpackung.
Vorgeschnittene Platinen sollten vom Erzeuger in Österreich zur Fabrik für KFZ-Karrosserieteile in Deutschland transportiert werden. Die Platinen sind nur 1,8 mm stark und wurden auf spezielle Paletten gestapelt und mit Kunststoffbändern festgezurrt. Die Platinen sind mit einer ultradünnen Spezialbeschichtung versehen, jede mechanische Belastung (Kratzer, Schrammen, sogar Fingerabdrücke) führt dazu, dass die Platinen nicht mehr in die Pressen zum Formen der verschiedenen Teile gegeben werden können.
Während des Transportes mit dem LKW kommt es zu einer Notbremsung, die Ladung verrutscht und, was noch schlimmer ist, die Platinen verrutschen auf den Paletten. Der Fahrer kontrolliert vor der Weiterfahrt die Ladung und versucht, die Platinen wieder einigermassen in die ursprüngliche Lage zu verschieben. Abschürfungen, Kratzer, Verschmutzung und zu allem Überdruss auch noch jede Menge Fingerabdrücke sind die Folge.
Fast die gesamte Sendung wird bei der Qualitätskontrolle ausgesondert. Bei der Besichtigung des Schadens stellt sich heraus, dass nicht nur beim Versand vergessen wurde, die Schutzfolie anzubringen. Teilweise fehlte auch der Kantenschutz und die Verzurrung war nicht richtig angebracht. Obwohl jede einzelne Platine kontrolliert wurde und jedes unversehrte Stück für die Produktion verwendet wurde, waren mehr als zwei Drittel der Sendung als Totalschaden zu bewerten, immerhin mehr als € 10.000,--.
Eine transportgerechte Verpackung muss auf die spezifischen Gütereigenschaften, auf das Transportmittel und auf den Transportweg und die Transportdauer abgestimmt sein. Und sie muss die Ware vor den normalen Belastungen während des Transportes schützen, dazu gehört auch eine Notbremsung!