Harte Schale...

... weicher Kern!
Eine Besonderheit an Schaltschränken ist die Kombination aus unscheinbarer und recht robuster Hülle mit hochwertiger und sehr empfindlicher "Fülle". Die äusserliche Robustheit führt des öfteren dazu, dass bei der Verpackung gespart wird - wir haben schon beschädigte Schaltschränke begutachtet, die sogar gänzlich unverpackt transportiert wurden...

In diesem Schadenfall hätte aber vermutlich auch die beste Verpackung wenig genützt: Der Schaltschrank ist abgestürzt und dabei ist sogar die Palette, auf der er mit Kunststoffbändern festgezurrt war, gebrochen.
Das Gehäuse des Schaltschranks hat diesen Unfall sogar halbwegs überstanden (das war wohl auch der Grund, warum die Lieferung dennoch zum Empfänger gebracht wurde, als ob nichts passiert wäre...). Die elektronischen Module wurden durch die Wucht des Aufpralls aus ihren Verankerungen gerissen, an einzelnen Bauteilen konnten mit freiem Auge Bruchstellen und Risse festgestellt werden; von zahlreichen Haarrissen auf Platinen (auch an Modulen, die äusserlich unbeschädigt wirken) ist auszugehen.
Ein Schaltschrank bringt mehrere hundert Kilo auf die Waage, zur besseren Manipulierbarkeit werden sie oft mit Metallringen am Gehäusedach ausgestattet. In unserem Fall sind Abschürfungen an den oberen Gehäusekanten zu sehen, an der Aufhängung eines Metallringes zeigt sich eine leichte Wölbung - der Schaltschrank ist möglicherweise vor dem Absturz oben gegen einen festen Gegenstand gestossen.