Nur ein Aprilscherz...

... oder doch ein professionell organisierter Diebstahl?

Eine Spedition in Süddeutschland erhält an einem Freitag morgen einen Transportauftrag von einem Stammkunden: 19 Tonnen Aluminiumteile sollen vom Absender in Bayern nach Südfrankreich transportiert werden. Abliefertermin ist am darauffolgenden Dienstag spätestens 11 Uhr. Der zuständige Disponent beauftragt seinerseits einen ihm gut bekannten österreichischen Frächter; eine Vielzahl von Transportaufträgen wurde mit ihm in den vergangenen Jahren problemlos abgewickelt. Der Frächter übernimmt den Auftrag für diese Komplettladung, obwohl er zu diesem Zeitpunkt kein geeignetes Fahrzeug zur Verfügung hat. Die erzielbare Frachtrate ist aber attraktiv und aufgrund des Zeitdrucks wird entschieden, die Ladung im Internet auf einer Frachtenbörse anzubieten.

Innerhalb weniger Minuten melden sich mehrere Interessenten - den Zuschlag erhält schliesslich ein slowakischer Frächter und die Ladung wird noch am selben Tag übernommen. Alle Beteiligten (Versender, Spediteur, Erstfrachtführer) gehen beruhigt ins Wochenende...

Dienstag mittags erreicht den Versender eine Anfrage des französischen Empfängers mit der Frage nach dem Verbleib der bestellten Ware unter Hinweis auf die für 11 Uhr terminisierte Ankunft. Sofort wird der Spediteur kontaktiert und dieser fragt beim beauftragten Frachtführer nach. Der zuständige Mitarbeiter des Frachtführers versucht den slowakischen Subfrächter zu erreichen, doch weder die noch am Freitag benutzte Telefonnummer noch die Faxnummer sind aktiv.

Solche und ähnliche Fälle wurden in den vergangenen Jahren vermehrt gemeldet und wir haben im Auftrag von Versicherern, Exporteuren und Speditionen zahlreiche Ermittlungsaufträge übernommen und durchgeführt. Im Zuge unserer Arbeit haben wir ein Netzwerk an Kontakten etabliert, das uns insbesondere in Tschechien, Ungarn und der Slowakei bei unseren Recherchen behilflich ist.
Dabei steht neben der Bearbeitung konkreter Schadenfälle zunehmend die Prävention im Mittelpunkt, die wir aufgrund unserer Erfahrung in diesem Bereich auch bei Fachtagungen und bei Schulungen bei Versendern, Spediteuren und Frächtern unterstützen.
Übrigens: Der auf unserem Bild des Monats zu sehende "Smiley" aus Lehm und Steinen hat uns an der Adresse des slowakischen Subfrächters begrüsst - an der nur ein kleiner Bauernhof liegt, aber kein Transportbetrieb...